Stellen wir uns eine EU vor, die ihren Haushalt nicht zur Verwaltung alter Strukturen nutzt, sondern aktiv die Zukunft gestaltet. Eine EU, in der ein Großteil der Mittel in Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und strategische Investitionen fließen – statt in eine Politik des bloßen Erhalts. Die Europäische Kommission plant jetzt mit ihrer Haushaltsreform: Weniger starre Subventionen, mehr gezielte Investitionen. Die Agrar- und Kohäsionspolitik sollen nicht mehr die dominierenden Budgetposten sein, sondern dort ansetzen, wo sie echte Wirkung entfalten. Stattdessen soll ein Fonds für Wettbewerbsfähigkeit geschaffen werden, der strategisch wichtige Technologien und Innovationen fördert. Und: Kein Geld mehr ohne Reformen – nach dem Vorbild des Corona-Wiederaufbaufonds.
Reicht das aus?
Während sich die Welt rasant verändert, bleibt der EU-Haushalt oft ein Relikt vergangener Jahrzehnte. Die Wettbewerbsfähigkeit Europas steht unter Druck – durch China, die USA und den globalen Innovationswettlauf. Wenn Europa mithalten will, braucht es einen Haushalt, der nicht nur reagiert, sondern aktiv gestaltet.
Mein Ziel: Siebzig Prozent des EU-Budgets müssen direkt zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Europa braucht Investitionen in Technologie und Digitalisierung – von künstlicher Intelligenz bis zur Halbleiterproduktion. Eine moderne Standortpolitik muss Innovationen voranbringen, statt Unternehmen durch Bürokratie zu lähmen. Starre Fördertöpfe abschaffen, Bildung und Forschung ins Zentrum rücken – nur so bleibt Europa zukunftsfähig.
Kohäsionspolitik bleibt wichtig – aber sie muss gezielter sein. Jahrzehntelange Umverteilung darf keine Abhängigkeiten zementieren, sondern muss wirtschaftliche Eigenständigkeit fördern. Jetzt ist der Moment, um Einfluss zu nehmen: Die Kommission hat ihre ersten Ideen für den langfristigen EU-Haushalt 2028–2034 vorgelegt. Bis Juli folgt ein konkreter Vorschlag, dann beginnen die Verhandlungen. Jetzt können wir die Weichen für ein modernes, zukunftsgerichtetes Europa stellen.